Touchdown (John Grisham)

Geschrieben von Buecherratte unter Belletristik

Rick Dockery hat in mehr Teams gespielt als seine Football-Karriere Jahre alt ist. Nun findet er sich in einem Krankenhaus wieder und hat nicht nur seine dritte Gehirnerschütterung, sondern ist auch schuld an der Niederlage seines Teams. Seine Karriere steht am Ende als er das Angebot bekommt, für wenig Geld in einem halbprofessionellen Team in Parma, Italien als Quarterback zu spielen.
Er nimmt das Angebot an und reist nach Italien wo Football ein Schattendasein fristet und die Spieler nicht für Geld, sondern Ehre antreten.

Einen Anwalt gibt es bei Touchdown nur in einer Nebenrolle, Grisham beweist, dass er auch außerhalb von Gerichtssäalen spannende Handlungen entwerfen kann. Die Geschichte vom gescheiterten NFL-Profi der sein Glück beim Underdog-Verein im Ausland versucht ist zwar vorhersehbar, aber dennoch angenehm zu lesen. Noch mehr Spaß hat vermutlich, wer die Regeln des Football kennt. Ansonsten ist den ausführlich geschilderten Spielabläufen kaum zu folgen.
Touchdown ist eine typisch amerikanische Geschichte vom Verlieren und wieder Aufstehen, gerade richtig als leichte Urlaubslektüre.

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Hörbuch-Tipp: Ein Mann, ein Fjord

Geschrieben von Buecherratte unter Kurz erwähnt

Nach dem Riesenerfolg von “Ich bin dann mal weg” ist auch sein zweites Werk automatisch im Fokus. Von “Ein Mann, ein Fjord” habe ich nun schon mehrfach nur Gutes gehört, es aber bisher leider nicht selbst gehört. Ausschließlich als Hörbuch erschienen soll das Buch vor allem davon leben, dass Kerkeling nicht weniger als alle zwölf Rollen selbst spricht.

Eine ausführlichere Beschreibung mit kurzem Abriss des Inhalts habe ich gerade hier entdeckt: Kerkeling: Ein Mann, ein Fjord!

Um mir eine fundierte Meinung zu bilden landet Kerkelings Hörbuch jetzt definitiv auf meinem Bestellzettel für die nächste Bücherlieferung. Dann brauche ich nur noch ein paar lange Bahnfahrten oder Flüge um es auch hören zu können.

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Die Kinder von Eden (Ken Follett)

Geschrieben von Buecherratte unter Thriller

Jahrelang hat er sich als Kleinkrimineller auf der Straße durchgesetzt, dann einige Jahre mit zwielichtigen Geschäften Geld verdient und nun endlich in einer Kommune Frieden gefunden. Als der Staat das friedliche Tal in dem die Kommune ihren Wein anbaut fluten will um ein Kraftwerk zu errichten, greift die Hippieguru Priest zu extremen Mitteln: Er stiehlt einen Schwingungserzeuger und droht ein Erdbeben auszulösen. Mit Melanie, einer Seismologin die sich aus der Großstadt in die Kommune geflüchtet hat, hat er das notwendige Wissen an der Hand.

Als die Drohung den Gouverneur von Kalifornien erreicht, nimmt niemand sie ernst. Agentin Judy Maddox wird der Fall quasi als Strafe aufgebrummt um ihrer Karriere ein Ende zu setzen. Über den Seismologen Michael Quercus – ausgerechnet der Mann von Melanie, der Erdbeben-Spezialistin der Terrorgruppe – kommt sie aber schnell zu dem Schluss, dass die Drohung ernst zu nehmen ist. Und dann erschüttert das erste Erdbeben Kalifornien…

Auf der einen Seite ein alternder Hippie ohne großartige Bildung, aber ausgestattet mit reichlich Gewitztheit aus Jahren auf der Straße – auf der anderen Seite eine exzellent ausgebildete Agentin aus ordentlichem Haus. Der Kontrast könnte nicht größer sein und doch sind sich beide als Gegner gut gewachsen. Der Kampf der friedlichen Kommune gegen die Überflutung ihrer Idylle ist verständlich, doch überschreiten Priest und seine Freundin Star schnell die Grenzen akzeptabler Methoden.
Es gibt definitiv bessere Bücher von Follet. Die Geschichte ist packend aber oft vorhersehbar. Die Figuren leben von ihren Kontrasten, sind aber eben auch sehr durchschaubar, geradezu klischeehaft.

ISBN: 3404145356
Originaltitel: The Hammer of Eden

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Schwarzer Sonntag (Thomas Harris)

Geschrieben von Buecherratte unter Thriller

Der nach seiner Kriegsgefangenschaft labile Michael Lander will sich endlich an seinem Land rächen und möglichst viele Menschen in den Tod reißen. Unterstützung findet er bei Dahlia und ihrem extremen Flügel der El Fatah. Die Splittergruppe “Schwarzer September” will mittels Terror verhindern, dass die USA weiter Kampfflugzeuge an Israel liefern. Zusammen entwickeln sie ungeheure Splitterbombe die zum Superbowl-Finale mehr als 80.000 Menschen regelrecht zerfetzen soll.
Ihnen gegenüber steht der israelische Geheimagent Kabakov. Spätestens nachdem er die Attentäter der olympischen Spiele in München hingerichtet hat, ist er als Aufräumer gefürchtet. In Amerika tut er sich mit seinen brachialen Methode aber etwas schwerer und gerät öfter mit seinem “Aufpasser” Corley vom FBI aneinander.

Angesichts des topaktuellen Szenarios eines Terroranschlages aus der Luft verwundert es, dass Harris “Schwarzer Sonntag” bereits 1975 geschrieben hat. Obwohl dies sein Erstlingswerk ist, wird bereits eine Spannung aufgebaut, die den späteren Hannibal Lecter Romanen nur wenig nachsteht. Wer Harris mag, kann hier ohne Bedenken zugreifen.

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Zwei Rezensionen in der Nachbarschaft

Geschrieben von Buecherratte unter Lese-Linktipps

Zwei Rezensionen sind mir heute in meinem Feedreader positiv aufgefallen und sollen daher hier kurz verlinkt werden.
Da ist zum einem “Das Schwert der Vorsehung” von Andrzej Sapkowski bei Büchervielfalt. Der Autor ist in Polen bereits seit einiger Zeit bekannt und schreibt Fantasy-Geschichten ohne die üblichen Klischees zu bedienen.
Zum anderen schreibt libromanie über “Die Frau des Piloten” von Anita Shreve. In dem Thriller geht es um eine Frau die nach dem Tod ihres Mannes durch einen Flugzeugabsturz entdeckt, dass er jahrelang ein Doppelleben geführt hat.

Mindestens das Schwert der Vorsehung landet jetzt direkt auf meinem Wunschzettel.

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Heiße Hüpfer (Terry Pratchett)

Geschrieben von Buecherratte unter Fantasy

Der Bibliothekar der Unsichtbaren Universität klettert nicht mehr in der Gestalt eines Orang-Utan durch die Regale – das wäre normal gewesen – sondern verwandelt sich niesend in Bücher, Liegestühle und Pinguine. Um ihn zurückzuverwandeln muss sein Name herausgefunden werden, den kennt aber niemand und alle Aufzeichnungen sind verschwunden. Da angeblich Rincewind – seines Zeichens der unbegabteste Zauberer der Universität – den Namen kennt, bricht ein Komitee von Zauberern auf zum letzten Kontinent Fourecks. Leider verpassen sie Rincewind um einige tausend Jahre und müssen sich stattdessen mit einem progressiven, lokalen Gott herumschlagen der von Fortplanzung und Sex noch nie gehört hat – leider ist er damit nicht viel besser vorgebildet als die Zauberer.
Rincewind schlägt sich derweil in XXXX mit Dürre, Zwergen, Schafdiebstahl und einem Känguruh herum – und versucht recht erfolglos den Ecksianern das Konzept von “Regen” zu erklären.

Ich habe das Buch in der englischen Originalfassung und vor allem mit dem Originaltitel “The Last Continent” gelesen. Warum daraus für den deutschen Markt “Heiße Hüpfer” wurde, kann vermutlich niemand brauchbar erklären. Schon des Titels wegen lohnt also der Griff zum Original.
Am Inhalt lässt sich Pratchett-üblich nichts aussetzen: Es gibt die übliche Mischung aus planlosen Zauberern, kämpferischen Zwergen, beschränkten Gottheiten und viele weitere Absurditäten. Die sehr spät zusammengeführten Handelsstränge aus dem chaotischen Trip der Zauberer-Truppe (inklusive Haushälterin) und Rincewinds dauerhafter Flucht vor diversesten Gefahren machen einen großen Reiz des Buches aus. Erwähnt sei außerdem, dass das Ende weder abrupt noch gequält ist, keinen Wunsch auf weitere 100 Seiten offenlässt aber auch nicht zu spät ist – einer der seltenen Fälle wo einfach alles passt.

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Die Bruderschaft der Unsichtbaren (Kurt Aust)

Geschrieben von Buecherratte unter Krimi

Die norwegische Journalistin Mai-Brit erschießt sich mitten in einem Pariser Café vor den Augen vieler Zeugen. Obwohl ihr Tod mehr als mysteriös ist – sie ist zweifache Mutter, glücklich verheiratet und in ihrem Beruf sehr erfolgreich – zweifelt nur ihr Ex-Mann die Selbstmordtheorie an. Er ist überzeugt, dass sie zum Selbstmord gezwungen wurde und beginnt nachzuforschen.

Bald stößt er auf eine verschlüsselte Botschaft und damit auf Mai-Brits Nachforschungen zu Newton. Bald verstrickt er sich in einem Netz aus geheimen Bruderschaften, einem rachsüchtigen Polizisten und geheimnisvollen neuen Bekanntschaften. Seine Jagd nach Newtons Geheimnis, für das mancher bereit ist zu töten, führt ihn quer durch Europa und bringt ihn mehr als einmal in tödliche Gefahr.

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Roter Drache (Thomas Harris)

Geschrieben von Buecherratte unter Thriller

Nachdem er bei einer Festnahme ernsthaft verletzt wurde, will Jack Crawford eigentlich nie mehr für die Polizei arbeiten. Als Inspektor Graham ihn bittet erneut einen Serienkiller für ihn zu finden, versucht er sich daher zu weigern, willigt aber zuletzt doch ein. Der Killer hat bis dahin in Miami bereits zehn Menschen auf dem Gewissen. Er tötet ganze Familien, setzt die Leichen in Szene, filmt sie. Dabei ist er getrieben von der Überzeugung den Drachen aus einem Bild von William Blake zu verkörpern.

Das auch der Klatschreporter Lounds, der Crawford schon einmal übel mitgespielt hat, an der Berichterstattung um den Serienmörder beteiligt ist, macht die Arbeit nicht leichter. Schließlich muss Crawford sogar den berüchtigten Hannibal Lecter um Hilfe bitten.

Ein weiterer Hannibal Lecter Roman und auch dieser überzeugt durch eine mitreißende Erzählweise und die dauernde Unsicherheit, auf welche Einfälle und Finten Harris’ verrückte Kreaturen kommen werden um es der Polizei und ihren Opfern schwer zu machen. Einzig zum Ende hin wird die Geschichte etwas kitschig wenn die menschliche Seite des mordenden Monsters zum Vorschein kommt – hier wirkt die Geschichte gequält, dem Gesamtbild schadet das aber nur marginal.

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Kluftinger wird verfilmt

Geschrieben von Buecherratte unter Kurz erwähnt

Der bayerische Rundfunk plant den zweiten Krimi der Kluftinger-Serie zu verfilmen. Ab September 2008 wird “Erntedank” standesgemäß im Allgäu verfilmt werden, im Frühjahr 2009 können wir das Ergebnis dann im BR sehen.






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Feuchtgebiete (Charlotte Roche)

Geschrieben von Buecherratte unter Humor

Kleiner Hinweis: Diese Rezension ist von einem Gastautor geschrieben, selbst habe ich Feuchtgebiete leider nicht gelesen.

Charlotte Roche, bekannt durch Moderationen beim Jugendsender Viva und scharfe Kritikerin der BILD-Zeitung, hat ihren ersten Roman publiziert und einen sensationellen Erfolg hingelegt. Das grellviolette Paperback für 14,90 Euro (mit Pflaster vorne drauf) sollte ursprünglich bei Kiepenheuer und Witsch erscheinen, wo man aber wegen Pornographie den Titel nicht rausbringen wollte. Nebenan bei Dumont war man kaufmännisch intelligenter.

Die Geschichte, die den mit 200 großgedruckten Seiten nicht eben umfangreichen Roman, tragen soll, ist schnell erzählt: Helen, die Protagonistin, ist 18 Jahre alt und liegt im Krankenhauses und wartet auf eine Operation, zur Behandlung einer Analfissur (Verletzung des Anus) und ihrer Hämorrhoiden. Helen hofft darauf, dass ihre geschiedenen Eltern unterstützt durch diesen Krankenhausaufenthalt wieder zusammenfinden. Sie berichtet den Lesern von ihren bisherigen sexuellen und sonstigen Erfahrungen. Neben sexuellen Praktiken jedweder Art, wird ausführlich über Einstellungen zu Menstruationsblut und anderem Blut, Urin, Sperma, Eiter, Ohrenschmalz etc. reflektiert. Ausführlich behandelt wird auch eine Vielzahl von Selbstbefriedigungspraktiken. So erfährt man, dass und wie Helen Avocados bzw. deren Kerne zur Masturbation einsetzt.

Abwechslung in den Krankenhausaufenthalt bringt ein Krankenpfleger. Robin hilft Helen auch beim Fotografieren des verletzten Polochs.

Helen gelingt es nicht, ihre Eltern zu versöhnen. Aber mit Robin scheint sich so was wie Veränderung anzubahnen, den er akzeptiert, dass beide gemeinsam das Krankenhaus verlassen, um zu ihm zu fahren.

Mit „Feuchtgebiete“ ist ein durch und durch „ironischer Roman“ bis zur Spitze der Bestsellerliste gekommen. Man kann die durchgängige Ironie natürlich nur an Beispielen aufzeigen. Da wäre etwa die Pizzageschichte (S.70/71) wiederzugeben. Durchaus spannend erklärt uns Helen, warum sie immer extra unfreundlich Pizza bestellt. Sie möchte gerne mal das erleben, was sie über zwei Mädels gehört hat, die mal unfreundlich Pizza bestellt haben, die dann aber irgendwie merkwürdig schmeckt.
„Eines der Mädchen ist zufällig Tochter eines Lebensmittelkontrolleurs, und bevor sie alles weggemümmelt haben, packen sie die Reste in eine Tüte und bringen sie zu Papa.
Noch denken alle, die Pizza ist um oder so. Bei der Analyse im Labor kommt aber raus, dass fünf verschiedene Spermasorten auf der Pizza sind.“

Soweit so unschön, aber die Überraschung kommt erst noch, wenn Helen nun erzählt, was sie daraus gelernt hat: „Jedenfalls bin ich immer extra unfreundlich, wenn ich Pizza bestelle. Und beschwere mich, auch wenn es gar nicht lange dauert. Ich würde gerne mal eine Pizza mit fünf verschiedenen Spermasorten essen. Das ist ja wie Sex mit fünf fremden Männern gleichzeitig. Na gut, nicht direkt Sex. Aber doch so, als hätten mir fünf unbekannte Männer gleichzeitig in den Mund gespritzt. Das ist doch erstrebenswert fürs Lebensbuch, oder?“

Bei der taz sind sie auch schon draufgekommen. Ein Autorenteam hat sich in einen langen Nacht mit viel Rotwein ein Experiment ausgedacht: Wie kann man mit einem Romansimulationsprojekt eine Satire auf den Medienbetrieb in Gang setzen. Doch angesichts des Erfolgs des Experiments sind die Macher jetzt zum Schweigen verurteilt. Und Charlotte Roche muss mit gesenkten Blick zu Harald Schmidt, dem auch angesichts des Erfolgs der „Feuchtgebiete“ keine Scherze mehr einfallen.

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