Stumme Schreie (Karin Fossum)
In dem norwegischen Kleinstädtchen Elvestad wird eine fürchterlich zugerichtete Leiche auf einer Wiese gefunden. Niemand kennt die Fremde und ebenso will niemand etwas gesehen haben. Es kann sich doch bei dem Täter wohl nur um einen Fremden handeln? Die Kommissare Konrad Sejer und Jacob Skarre müssen in einer verschlossenen Dorfgemeinschaft nach Spuren suchen und das wird nicht einfacher, denn die üblichen Scheidungen, Seitensprünge und kleinen Geheimnisse sorgen für viele Lügen, die es noch schwieriger machen den Tod der geheimnisvollen Inderin zu klären.
Skandinavische Krimi-Autoren sind bekannt für die Melancholie ihrer Geschichten. Karin Fossum macht hier keine Ausnahme und erzählt eine Geschichte die in ihrer Tragik und Schwermut problemlos jeden Wallander-Krimi in den Schatten stellt. Zu lachen hat man als Leser nicht viel, Fossum reiht rings um den Mord an der schönen Inderin kleine und große Trennungen, Unfälle und menschliche Schwächen aneinander. Die kleinen alltäglichen Geschichten sind ungemein vorsichtig und liebevoll erzählt und keine dürfte ausgelassen werden.
Am Ende ist Karin Fossums “Stumme Schreie” ein großartig erzählter Krimi für Anhänger der melancholischen, skandinavischen Erzählweise.
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